Von der Homöopathie, der Natur und dem Geheimnis der Potenzierung
Also wisset, o Mensch, dass die Natur nicht schweigt,
sondern leise redet zu dem, der zu hören vermag.
In jedem Kraut, in jedem Stein, im Wassertropfen wie im Hauch des Windes
ruht eine Kraft, von Gott gesetzt,
nicht grob und schwer, sondern fein und geistig.
Die Homöopathie ist eine Kunst der Achtung,
denn sie zwingt die Natur nicht,
sie drängt nicht, sie unterwirft nicht,
sondern sie erinnert den Leib an seine eigene Ordnung.
Gleiches wird mit Gleichem geheilt,
nicht durch Gewalt, sondern durch Spiegelung.
Doch nun fragt der Verstand:
Wie kann das Wenige stärker sein als das Viele?
Wie kann die Verdünnung zur Macht werden?
Hier liegt das Geheimnis der Potenzierung.
Denn was man nimmt, ist nicht allein der Stoff,
sondern das Wesen desselben.
Durch Lösung und sanftes Schütteln
wird das Grobe vom Feinen geschieden,
das Schwere entlassen
und das Geistige geweckt.
Mit jedem Schritt der Potenzierung
verliert der Stoff sein Gewicht
und gewinnt an Kraft.
Nicht die Menge wirkt,
sondern die Ordnung,
nicht die Masse,
sondern die Schwingung.
So wird das Heilmittel
von der Erde erhoben
und dem Lebendigen gleichgemacht.
Es spricht nicht mehr zum Fleisch allein,
sondern zur Lebenskraft selbst,
zu jenem inneren Feuer,
das Krankheit und Heilung lenkt.
Die Potenzierung ist daher keine Schwächung,
sondern eine Veredelung.
Sie ist der Weg vom Sichtbaren ins Unsichtbare,
vom Körperlichen ins Seelische,
vom Stoff zum Geist.
Wer dies versteht,
der versteht auch die Natur.
Denn auch sie wirkt nicht durch Lautstärke,
sondern durch Gesetz,
nicht durch Druck,
sondern durch Maß.
So ist die Homöopathie
kein Widerstand gegen die Natur,
sondern ihre leise Fortsetzung im Menschen.
Und wer ihr vertraut,
der heilt nicht gegen den Leib,
sondern mit ihm
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